Eine Woche Stockholm: Inspiration, Kooperation und neue Perspektiven für die Ausbildung
Manchmal entstehen die besten Ideen, wenn man gemeinsam unterwegs ist. Als Kooperationspartnerin der Fachakademie für Sozialpädagogik Pielenhofen durfte ich gemeinsam mit drei Lehrerinnen im Rahmen einer Erasmus+-Lehrermobilität eine Woche in Stockholm verbringen. Diese Reise war weit mehr als eine Studienfahrt. Sie war eine wertvolle Zeit des Austauschs, des gemeinsamen Nachdenkens und der Entwicklung neuer Zukunftsperspektiven für die Ausbildung angehender pädagogischer Fachkräfte.
Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Fachakademie prägt bereits unser Bündnis BinE (Bildung für nachhaltige Entwicklung für pädagogische Fachkräfte). Bereits seit 4 Jahren begleiten die Waldkinder Regensburg zudem mit einer Stelle zum Anerkennungsjahr auch Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten der Fachakademie auf ihrem Weg in den Beruf.
Die gemeinsame Woche in Schweden hat uns die Möglichkeit gegeben, diese Kooperation weiter zu vertiefen und neue Ideen für die Zukunft zu entwickeln.
Über den Tellerrand schauen
Ein zentrales Ziel der Reise war es, neue internationale Perspektiven für die Ausbildung zu erschließen. Die Fachakademie möchte Schweden als weiteres Partnerland gewinnen, um ihren Studierenden zusätzliche Praktikumsmöglichkeiten im Ausland anbieten zu können. Gerade in einer zunehmend vernetzten Welt ist es wichtig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, andere pädagogische Ansätze kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Für mich gehört genau das zu einer nachhaltigen Bildung: offen zu bleiben, andere Wege kennenzulernen und die eigenen Überzeugungen immer wieder kritisch und neugierig zu reflektieren.
Natur verbindet
Ein besonderes Highlight war der Besuch des Waldkindergartens Mulleborg. Schnell wurde deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen dieser schwedischen Einrichtung und unserer Arbeit bei den Waldkindern Regensburg gibt. Die naturnahe Pädagogik, das Vertrauen in die Kompetenzen der Kinder und das Lernen mit und in der Natur schaffen eine starke inhaltliche Verbindung.
Aus diesem Besuch entstand eine konkrete Idee: Künftig sollen Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, die wir gemeinsam mit der Fachakademie ausbilden, die Möglichkeit erhalten, ein zweiwöchiges Auslandspraktikum in Stockholm zu absolvieren. Damit können sie wertvolle internationale Erfahrungen sammeln und gleichzeitig erleben, wie ähnlich und doch unterschiedlich pädagogische Arbeit in Europa gestaltet werden kann.
Kindheit, Kultur und Zukunftsthemen
Natürlich stand nicht nur der fachliche Austausch auf dem Programm. Im Junibacken, dem bekannten Kinderkulturhaus rund um Astrid Lindgren, tauchten wir selbst wieder in Kindheitserinnerungen ein. Die Verbindung von Literatur, Fantasie und kindlicher Lebenswelt machte deutlich, wie bedeutend Geschichten für die Entwicklung von Kindern sind.
Ebenso spannend war der Besuch des Technikmuseums. Die Fachakademie setzt in ihrer Ausbildung bewusst Schwerpunkte im Bereich MINT, und auch in unserem pädagogischen Konzept spielen Digitalisierung und Zukunftskompetenzen eine wichtige Rolle. Der Blick nach Schweden zeigte uns eindrucksvoll, wie technische Bildung, kreatives Lernen und kindliche Neugier miteinander verbunden werden können.
Von der Theorie in die Praxis
Am Ende der Woche waren unsere Notizbücher voll und unsere Köpfe voller Ideen. Besonders begeistert hat uns ein gemeinsames Projekt, das die Kooperation zwischen Fachakademie und Waldkindergarten sichtbar machen soll.
Die Fachakademie feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen, unsere Kita kann im Herbst auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Aus diesem Anlass möchten wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Kindern und Eltern einen Erlebnisweg gestalten, der die Verbindung der Fachakademie mit dem Waldkindergarten im Ort sichtbar macht. Der Weg soll Familien einladen, Natur zu entdecken, ins Gespräch zu kommen und pädagogische Themen zu erleben. Gleichzeitig symbolisiert er den Weg von der Theorie in die Praxis, den angehende Fachkräfte während ihrer Ausbildung gehen.
Fazit
Die Woche in Stockholm hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll Kooperationen sind. Wenn Schule und Praxis eng zusammenarbeiten, entstehen Chancen für alle Beteiligten, vor allem aber für die zukünftigen pädagogischen Fachkräfte. Mit vielen neuen Impulsen, gestärkten Beziehungen und konkreten Projekten im Gepäck sind wir voller Tatendrang zurückgekehrt.
Ich freue mich auf die nächsten gemeinsamen Schritte und darauf, internationale Erfahrungen, Naturraumpädagogik und innovative Bildungsansätze noch stärker miteinander zu verbinden.
„Neue Wege entstehen, indem wir sie gemeinsam gehen.“